Dezember 08, 2017

Weihnachtsmarkt-Magie

Der Duft nach gebrannten Mandeln, überall glitzert und funkelt es, das Feuer verbreitet eine wohlige Wärme und die Lichter lassen die Augen strahlen.
Weihnachtsmärkte sind etwas wunderbares, umso mehr freut es mich, dass es in Regensburg an fast jeder Ecke einen gibt.
Der wohl schönste ist aber definitiv der romantische Weihnachtsmarkt von Thurn und Taxis. 
Da kann man Weihnachten kaum noch erwarten, oder?

November 29, 2017

Update: Über 2 Monate, Selbstreflexion & Regensburg

Zwei Monate sind vergangen, seit ich nicht mehr Zuhause wohne. Zwei Monate voller Höhen und Tiefen, Abenteuer, neuer Bekanntschaften und Erkenntnisse. Zwei Monate, in denen ich so viel über mich selbst lernte, wie selten zuvor. Zwei Monate, in denen ich so viel nachdachte, dass es für ein ganzes Jahr reichen würde. Zwei Monate und noch weiter zurückreichend. Hier sind sie:
Als ich mich Anfang diesen Jahres dazu entschloss, alles auf eine Karte zu setzen und nicht schon den Plan B in Betracht zu ziehen, bevor ich mich überhaupt an Plan A versucht hatte, glaubte ich nicht wirklich daran, dass ich heute dort stehen würde, wo ich jetzt stehe. Ich hoffte es, bangte. Und glaubte doch nicht, dass ich "gut genug" sei. Unfassbar viele Seiten Papierkram. Bewerbungsbögen, fünfseitige Motivationsschreiben. Einladungen zu Einstufungstests. Über den Sommer dann von Regensburg, über Saarbrücken, nach Weimar und wieder zurück. Viele Gespräche in den riesigen universitären Gebäuden, neue Bekanntschaften, von denen ich damals nicht einmal erahnte, dass sie heute meine Freunde sein würden.
Ich wagte es und gewann.

Anfang Oktober bin ich nach Regensburg gezogen und da mich ein paar von euch gefragt haben, ich studiere hier Deutsch-Französische Studien. Es handelt sich um einen binationalen Studiengang, weshalb ich zwei Jahre meines Bachelors in Deutschland und ein Jahr in Frankreich,  Clermont-Ferrand, absolvieren werde.

Mit dem neuen Lebensabschnitt kam so viel Neues auf mich zu, mit dem ich erst einmal zurechtkommen musste. Alleine wohnen, sich an das Studium gewöhnen, überall als Ersti belächelt und zugleich beneidet werden, einen neuen Freundeskreis aufbauen und an all die Pflichten denken. Doch so langsam hat sich alles wieder etwas normalisiert, ich habe das Gefühl, mich besser zurecht zu finden und trotz der immer näher rückenden ersten Klausur genieße ich das Leben hier in Regensburg in vollen Zügen.

In den nächsten Wochen gilt es hier auf dem Blog also einiges aufzuholen: die restlichen Interrail-Posts, Urlaubsinspirationen aus Madeira, ein bisschen Kultur, ein bisschen schönes Bayern. Ich hoffe also, dass ich die Zeit finde, all die schönen Inhalte noch mit euch zu teilen.

Genießt die schöne Adventszeit!

Café: Anna liebt Brot und Kaffee, Regensburg | Donaudurchbruch Kehlheim | Donau Regensburg

November 03, 2017

{Kolumne} Wage es

Als ich mir zum ersten Mal ernsthaft Gedanken über den Sinn des Lebens machte, über das, was ich erreichen möchte, über Glück und Trauer, Drama und die große Liebe, stieß ich am Ende immer wieder auf genau eine Frage: Denke bloß ich so viel nach, oder gibt es andere in meinem Alter, denen es genauso geht?

Inzwischen, ein paar Jahre älter und (hoffentlich) aus den auffressenden-dramatisch-chaotisch-pubertären Zeiten heraus gewachsen (würde man meine Eltern fragen, würden sie diese Frage zu 100%-iger Sicherheit mit 'nein' beantworten und lachen), sehe ich die Dinge ein bisschen anders. Ich weiß, dass es mit mir noch zig Millionen andere junge Menschen gibt, die sich Minute um Minute den Kopf zerbrechen. Seien es belanglose Themen à la „Warum ist jeder so verrückt nach Avocados?“ und „Ist Snapchat das Tagebuch von heute?“ oder tiefgründige Fragen wie „Kaffee oder eine Stunde früher Heim?“

Wir denken unfassbar viel nach.
Zerbrechen uns den Kopf und werfen mit all den Szenarien unseres Gedankenkarussells umher wie mit Porzellantellern. Der besagte Elefant ist bei uns bereits zum Dinosaurier geworden.

Wir denken unfassbar viel nach. Und übersehen dabei den Slogan an der Hauswand gegenüber:

„Wage es, das Leben zu lieben!“
Das Leben zu lieben. Wie soll ich dieses seltsame Etwas denn lieben, wenn ich noch nicht einmal weiß, was es ist, oder was ich bin?

„Wage es, nach dem Sinn deines Lebens zu suchen!“
Schon wieder dieses Wort, das ich nicht identifizieren kann. Deshalb ziehe ich den Duden zu Rate, der sagt:
1.) Gefühl, Verständnis für etwas; innere Beziehung zu etwas
a) (gehoben) jemandes Gedanken, Denken
b) (gehoben) Sinnesart, Denkungsart
2.) gedanklicher Gehalt, Bedeutung; Sinngehalt
3.) Ziel und Zweck, Wert, der einer Sache innewohnt

Stimmt. Das war wieder der Sinn des Lebens.

„Wage es, deinen eigenen Lebensstil zu finden!“
Und was genau hat Stil? Wenn ich mit halb offenen Knien durch die Straße laufe und mir aufgrund des fehlenden Jeansstoffes eine Blasenentzündung einfange? Oder wenn ich das trage, was mir gefällt, und dafür abwertende Kommentare meiner älteren Nachbar in meinem Komplimente-Glas sammeln kann?

„Wage es, den nächsten Schritt zu tun!“
Das ist es. Genau das, was uns von sämtlichen anderen Generationen vorgeworfen wird, was wir nicht tun würden.
Nicht weiter gehen.
Unser Leben nicht in die Hand nehmen.
Unser Leben nicht schätzen.
Uns nicht entscheiden können.
Nicht wissen, wie gut es uns eigentlich geht.

Und dabei vergisst jeder, dass man einer Generation keinen Namen geben kann und dass man erst recht nicht alle Jugendlichen in eine Schublade einordnen sollte.
Denn sind wir das nicht: Jung, wild, bunt. Vielfältig. Voller Chancen und Ideen. Wir selbst, mit einem eigenen Lebensstil, einem eigenen Sinn für all das. Verschieden. Anders. Und doch geeint.

Aus diesem Grund sollten wir es wagen.
Ohne dafür verurteilt zu werden.
Denn wir sind so viel mehr, als eine Generation.
Wir sind jeder für sich ein Individuum und 'Y' bloß ein Buchstabe unter vielen.
 Bilder: Donau in Regensburg, Oktober 2017

Oktober 03, 2017

Der letzte Sonnenstrahl des Sommers

Bevor die Tage kürzer werden, die Sonne früher hinter dem Hügel verschwindet und der Wind mich frösteln lässt, streife ich ein letztes Mal durch die Wiesen. Lege den Kopf in den Nacken und blicke nach oben gen Himmel. Einzelne Sonnenstrahlen kitzeln in meinem Gesicht und unwillkürlich schleicht sich ein Lächeln um meine Mundwinkel. Ich lasse das Gras hinter mir, folge dem schmalen Pfad hinein in den Wald. Links und rechts von mir große, mächtgie Tannen. Meine Beschützer. Wie oft bin ich in letzter Zeit durch den Zauberwald gestreift. 
Und so richte ich den Blick nach vorne und sehe doch immer wieder zu den Seiten. Da stehen sie und winken. Meine besten Freunde, meine Wegbegleiter. Was haben wir diesen Sommer über nicht alles erlebt?  
Eine Nacht, voll funkelnder Kleider, herzlicher Worte und Tränen, die sich nicht entscheiden konnten, ob sie vor Freude oder Traurigkeit flossen. Weitere Nächte folgten, in denen wir eng aneinander geschlungen, umzingelt von weiteren Menschen, auf der Tanzfälche alles gaben, die Augen schlossen und die Musik spürten. Auf die Nächte folgte Tage, wie glitzernde Tautropfen. Kleine und große Abenteuer. Von einer Reise mit der besten Freundin durch die Weiten der britischen Insel. Trainadventure nannten wir es liebevoll und genau das war es. Ein Abenteuer, das viel zu groß für uns schien und unser Herz mit unvergesslichen Momenten füllte. Doch auch die kleinen Abenteuer, so bunt und süß, zogen sich durch diesen Sommer. Hoch hinaus auf einen Berg von dem aus wir unsere Heimat mit anderen Augen sahen. Abende am Lagerfeuer mit verkohlten Würstchen und Wunderkerzen. Zu viel Bier und Schmerzen im Bauch vor lauter Lachen. Bunte Fahrgeschäfte und ein Gefühl der Schwerelosigkeit. Als läge die Welt in unseren Händen
Und so gehe ich weiter, vorbei an den Städten und Universitäten an denen ich mein Glück versuchte und reich belohnt wurde. Wunderbare Menschen, die mich begleiteten, die ich nach langer Zeit endlich wieder sah oder neu kennenlernte.
Die Arbeit am Wasser, die mir meine Verantwortung erst richtig bewusst machte, mich lehrte, auf mein Bauchgefühl zu vertrauen und mir zeigte, wie schnell ein Leben vorbei sein könnte, wie kostbar unseres ist.
Ganz vorne meine Familie. Die Hände schützen erhoben, mit den Handflächen nach oben, um mir zu zeigen, wie reich mein Leben an schönen Momenten ist.
Eine große Reise, eine Insel mitten im Meer. Madeira war ein Abenteuer der besonderen Art. Die Insel verschlug mir die Sprache, ich erinnerte mich an ein Picknick mit Tomaten auf dem Hotelbalkon und verschütten Wein. An Wanderungen über den Wolken und an Meeresschwimmen, das mehr Sommer nicht hätte sein können. 
Freibadbesuche mit der kleinen Schwester, die gar nicht mehr so klein ist. Kaffee trinken. Lachen. Weinen.
Es heißt, der Sommer nach dem Abitur, sei der beste und längste des Lebens. Und als ich so weiter gehe spüre die die letzten Sonnenstrahlen des Sommer auf meinem Gesicht. Ich bin hier, stehe am Rande meines besten Sommers und die Sonne geht langsam unter.

September 30, 2017

Sie sagten: Jedem Ende wohnt ein Anfang inne

Als ich klein war, kochte Mama mir immer Kakao, wenn ich traurig war.
Heute ziehen die Wolken an mir vorbei. Wechselnde Szenarien. Umschwung.
Das leere Zugabteil, nur ich und die weißen Seiten und die Felder, auf denen die Stummel des goldenen Getreides nur noch zu erahnen sind. 
Ein Tupfer blau, ich sehe ihn genau und spüre ihn, die Kornblume, in meiner Hand. Meine liebsten Blumen - zumindest früher
Ein Wort, das mich von dem Heute trennt und doch so vieles umschließt.
Die letzte Nacht im eigenen Bett rückt immer näher. Ein Kinderzimmer, das längst keines mehr ist.
Der Wald liegt im Schatten des Hauses. Mein Zuhause. Die Bäume meine Beschützer. Meine Hüter des Lichts und die besten Zuhörer.
Sie sagten: Jedem Ende wohnt ein Anfang inne. Doch warum sagten sie mir nicht, dass das Ende traurig und schön zugleich sein kann?

September 28, 2017

"Hygge! Das neue Wohnglück" von Marion Hellweg

Ich habe eine neue Obsession entwickelt: Ratgeber. Lange bin ich um dieses nichtfiktionale Genre herum geschlichen und habe mich nie wirklich daran getraut, doch seit dem Gedanke an die eigene Wohnung habe ich auch einen Zugang zu Ratgebern gefunden. Diese können alles andere als trocken sein und bieten so viel Raum für eigene Gedanken.

Mit Marion Hellwegs "Hygge! Das neue Wohnglück"* aus dem DVA-Verlag zog nicht nur das erste Interior-Buch bei mir ein, sondern ich beschäftigte mich erneut mit der dänischen Lebensphilosophie, diesmal auf eine ganz andere und zugleich passende Art. Denn wann bietet sich ein Wohnbuch besser an, als kurz vor bzw. während dem Umzug?
Vorgestellt habe ich mir solch ein Wohnbuch aus dem hohen Norden ganz nach dem klassischen Klischee: Hochglanzbilder von perfekt aufgeräumten Zimmern, in denen jedes Möbelstück aufeinander abgestimmt ist und man das Gefühl hat, vor lauter Sterilität kaum einen Schritt in die Wohnung machen zu können. Doch "Hygge!" hat mich von meinen Wohnbuch-Vorstellungen gänzlich abgebracht.  Natürlich sind auch hier die Wohnräume perfekt in Szene gesetzt, doch von der gewissen Sterilität merkt man hier nichts. Viel eher verstörmt das Buch ein behagliches Gefühl - hyggelig eben.

Der Einband des Buches ist zugleich aufwendig und schlicht gestaltet. Das Titelbild, mit den für den Norden typischen schwarz-weißen Akzenten, wirkt auf den Betrachter ruhig, aber auch stimmig. An den Seiten und über den Buchrücken wurde eine Art Streifenmuster gezogen, sodass sich das Wohnbuch abhebt und allein der Einband als Blickfänger gilt.
Auch die Aufmachung des Buches ist sehr ästhetisch. Man spürt einen modernen Stil, der mit der Gemütlichkeit des dänischen Hygges kombiniert wurde und diese Mischung zieht sich wie ein roter Faden durch das Sachbuch.

"Die Mischung aus Lebensfreude und Individualität macht ein Hygge-Home aus"
(S. 11)


Aufgeteilt ist Marion Hellwegs Werk in acht Kapitel, in denen man als Leser Einblicke in verschiedene Wohnungen/Häuser bekommt. Unterschieden wird hierbei in unterschiedliche Stilrichtungen wie "Dänisch mit Stil", "Froh und munter", "Wohnen mit Pflanzen", "Stilmix in Weiß", "Nordisch mit Charme", "Ländlich und feminin" sowie "Natürlich mit Esprit" und "Frisch und modern". So verschieden die Stile auch klingen mögen., vereint die Wohnräume doch alle durch das eine: das geborgene, vertraute und wohlige Wohngefühl.
Neben dem "Durch's-Fenster-spitzen" in andere Wohnungen befindet sich in jedem Kapitel ein kurzes Interview mit Menschen, die sich mit Interior beschäftigen, so zum Beispiel mit dem Gründer von &tradition (ein dänisches Designunternehmen) Martin Kornbek Hansen. Doch auch einige Blogger wurden interviewt, was dem Buch eine gewissen Frische und Abwechslung bereitet. Darüber hinaus findet man in jedem Kapitel Inspirationen, um das eigenen Heim hyggeliger zu Gestalten, seien es Lichtquellen, verschiedene Materialien oder Pflanzen, Blumen und Zweige.
Auch wenn Wohnbücher in Zeiten von Instagram, Pinterest und all den Wohnzeitschriften einen schweren Bestand haben, zeigte gerade Marion Hellwegs "Hygge! Das neue Wohnglück", dass es sich lohnt, die Interior-Inspiration selbst in den Händen zu halten. Denn dieses Buch ist nicht nur für jede Wohnung ein echter Hingucker, sondern regt die eigene Dekorations-Lust an, inspiriert und bringt mit dem nordischen Wohnstil ein Stück Hygge in jedes Heim.



* Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem DVA - Verlag und dem Bloggerportal. Ein herzliches Dankeschön für dieses tolle Rezensionsexemplar.

September 25, 2017

"Hygge - Wie dänische Gemütlichkeit dein Leben glücklicher macht"

"Hygge erhellt die langen, dunklen skandinavischen Winter mit Kerzenlicht und knisterndem Kaminfeuer. Hygge entsteht, wenn man Geselligkeit mit Freunden und Familie teilt. (...) Dahinter steckt eine Lebensphilosphie, die das Glück in den einfachen Freuden des Alltags findet, ob man nun einen Sonnenaufgang genießt oder mit Freunden zusammen isst und plaudert."
(S. 7) 

Hygge [Hü-geh] - ein Wort, das seit kurzem überall auftaucht und zum Nachdenken anregt. Die dänische Lebensweisheit, auch ich kam nicht an ihr vorbei. Da ich alles, was mit den nordischen Ländern zu tun hat, liebe, freute ich mich umso mehr, das Buch "Hygge- Wie dänische Gemütlichkeit dein Leben glücklicher macht"* aus dem ars Edition - Verlag in den Händen zu halten. Hierbei handelt es sich in der Tat um ein Buch, das glücklicher macht. Denn allein der Anblick dieser Anleitung für die dänische Lebensweise verströmt ein hyggeliges Gefühl. Selten habe ich ein Sachbuch gesehen, das mit solch einer Detailliebe gestaltet wurde. Mit jeder Seite entdeckt man als Leser weitere wunderschöne Bilder, in denen man sich verlieren kann und die einen inspirieren. Ebenso ist die Gestaltung des Textes im Buch ein Hingucker, die Schriftarten variieren und harmonieren doch mit Bild. Und eben diese Harmonie strömt während dem Lesen eine gewisse Ruhe, ein Glücksgefühl aus, wodurch das hyggelige Gefühl von Anfang an eintritt.

Aufgeteilt ist das Buch der Gemütlichkeit in sechs Kapitel, die sich mit verschiedenen Bereichen des Lebens beschäftigen. Man hat tatsächlich das Gefühl, eine Step by Step Anleitung für ein hyggeligeres Leben in den Händen zu halten. Hier ein kurzer Einblick in die Kapitel des Hygge-Buches:

Erstes Kapitel - So holst du Hygge in dein Haus:
Die ersten Seiten des Buches bieten auf den ersten Blick sehr einfach und dennoch effektive Tipps. Hierfür braucht es kein Geld, sondern man holt Hygge einfach mit den Dingen, die man sowieso zur Verfügung hat, ins Haus. Sei es durch frische Luft, Mitbringsel aus der Natur oder Kerzenlicht. Oftmals werden hier schöne Tipps gegeben, so zum Beispiel eine Auflistung der Pflanzen, die das Raumklima verbessern, die man ganz leicht in die Tat umsetzen kann.

Zweites Kapitel - Handarbeiten sorgen für Gemütlichkeit:
Als eher handwerklich unbegabter Mensch bin ich Handarbeit gegenüber etwas zweigespalten. Im Grunde finde ich es wundervoll, wenn andere nähen oder stricken können, doch mir selbst traue ich es einfach nicht zu. Mit diesen schönen Handarbeits-Inspirationen jedoch bekomme selbst ich Lust, mich einmal an dem süßen Teewärmer zu versuchen. Hier zeigen Jonny Jackson und Elias Larsen, dass Handarbeit ein toller Zeitvertreib sein kann, bieten gut umsetzbare Ideen für ein hyggeligeres Zuhause.

Um nicht noch mehr aus dem kleinen Buch der Glückseligkeit vorweg zu nehmen, fasse ich mich kurz:
Mit "Hygge" haben Jonny Jackson und Elias Larsen ein Buch geschaffen, durch das man einfach gerne hindurch blättert. Mit dem man abends vor dem Kamin sitzen kann, sich bereits die nächsten Abenteuer im Freien, wie ein Picknick im Herbst, überlegt oder das Rezept vom Obstauflauf mit Streuselkruste ausprobiert. Hier ist für jeden etwas dabei und "Hygge" is für einige Überraschungen gut.  
Das Schöne an dem Buch ist, dass man die Ideen für ein hyggeligeres Leben sehr gut und einfach umsetzen kann.
Vielleicht handelt es sich hierbei um kein Buch, das man unbedingt braucht. Aber um eines, das das Leben schöner macht, das inspiriert und Lust auf Veränderung, Ruhe und schöne Momente bereitet.


*Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem ars Edition - Verlag. Ein herzliches Dankeschön für dieses tolle Rezensionsexemplar.


September 20, 2017

"Vegetarisch mit Liebe" von Jeanine Donofrio

In unserem Keller stapeln sich Umzugskisten, mein Zimmer gleicht einer Entrümpelungskammer und man könnte sagen, ich wohne zurzeit im Ikea. Noch zwei Wochen, dann heißt es umziehen. In eine neue Stadt, in die erste eigene Wohnung.
Und mit diesem neuen Lebensabschnitt kommen auch neue Aufgaben einher. Mit unter das selber Kochen. Bisher hatte ich das Glück, dass meine Mama uns täglich frisch kochte. Klar, hier und da habe ich auch mal etwas gekocht (und bin kläglich am Kartoffeln schälen gescheitert), aber das war doch eher die Seltenheit und beschränkte sich auf Salatteller, Pasta, Pizza und Co. 
Viel Gemüse und Obst stand schon Zuhause immer ganz oben auf der Einkaufsliste und es vergeht wohl kein Tag an dem ich nicht mindestens einen Apfel und unzählige Tomaten esse. Auch Fleisch gab es Zuhasue nur zwei- bis dreimal die Woche.

Als dann meine beste Freundin im letzten Frühling Vegetarierin wurde, wusste ich, dass auch ich gerne einmal mehrere Wochen ohne Fleisch leben würde. Ob es etwas für die Dauer ist, weiß ich nicht, doch in meinem Kopf wuchs diese Idee zu einem kleinen Selbstexperiment heran.
Und so kam mir das Kochbuch "Vegetarisch mit Liebe"* aus dem Südwest-Verlag nur allzu gelegen. Vereint es nicht nur meine Chance, in der eigenen Wohnung kochen zu lernen, sondern auch den Versuch, mich vegetarisch zu ernähren.
Als ich das Kochbuch zum ersten Mal aufschlug, fiel mir zu aller erst die schöne Optik dieses auf. Mit einem schlichten und zugleich ästhetischen Design ist "Vegetarisch mit Liebe" ein echter Blickfang und es macht allein wegen der Aufmachung schon großen Spaß, sich durch die Seiten zu blättern. Das Besondere an dem Kochbuch der Bloggerin von "Love & Lemons" ist, dass hier alles nach Gemüse- bzw. Obstsorten sortiert ist, anstatt nach den Kategorien Frühstück, Snacks, Mittagessen.
Insgesamt gibt es drei verschiedene Obstsorten (Äpfel, Beeren und Zitrusfrüchte), sowie 23 diverse Gemüsesorten, die von Karotten bis Avocados über Wurzelgemüse alles abdecken. Bei den jeweiligen Sorten wird noch einmal zwischen den Jahreszeiten unterschieden, was nicht nur das Suche nach dem passenden Rezept, sondern auch der saisonale Umgang mit Lebensmitteln leichter macht.
Mit 120 verschiedenen Rezepten hat Jeanine Donofrio in ihrem vegetarischen Kochbuch eine Vielfalt an Kochideen geschaffen, die staunen lässt. Alles dreht sich um das Gemüse bzw. Obst, so auch die Herangehensweise. Man schaut Zuhause in den Kühlschrank nach dem entsprechenden Gemüse und richtet sich dann demnach. Hier steht ganz allein das Gemüse im Vordergrund, der Rest wird sozusagen drumherum ausgebaut. Diese "verdrehte" Herangehensweise dient dazu, Zeit zu sparen, die man ansonsten im Supermarkt verbringen würde.
Somit schon mal eine tolle Grundidee, die viele Möglichkeiten bietet.
All die Rezepte in "Vegetarisch mit Liebe" versprechen eben genau dies: Ein Rezept, welches mit Liebe zum Gesunden entwickelt wurde. Und diese Liebe spiegelt sich auch wunderbar in den tollen Bildern des Fotografen Jack Mathews wider. Allein beim Betrachten der Bilder bekommt man sofort Lust auf die leckeren Rezepte.
Bisher habe ich noch keines der Rezepte nachgekocht, warte auf meine eigene kleine Küche, um mich dann an eher ungewöhnlichen Kombinationen wie Auberginen-Pilz-Klößchen oder Apfel-Crumble mit Kardamom zu versuchen. Doch umso praktischer ist es, dass in "Vegetarisch mit Liebe" auch einfache Dinge durch das Gemüse aufgepeppt werden. So stellt uns die Bloggerin zum Beispiel eine Blumenkohlsuppe mit roter Paprika (perfekt für den Herbst/Winter), Tacos mit Mangold und weißen Bohnen, Karotten Tacos oder Spiegeleier mit Grünkohl, Salbei und Süßkartoffeln vor. Das Kochbuch bietet eine Bandbreite an ausgefallenen und alltäglichen Rezepten und ich wage zu behaupten, dass vieles, gerade die Salate, auch mit anderen Beilagen wie Fisch oder Fleisch kombinierbar sind.
Am Ende des Kochbuches finden sich außerdem Grundrezepte zu Pizzateig, Guacamole oder Pesto, was das Kochen noch einmal erleichtert und experimentierfreudiger gestaltet.
Dank des tollen, ästhetischen Kochbuches "Vegetarisch mit Liebe" kann ich nun wunderbar in das Studentenleben starten und hoffentlich viele der spannenden Rezepte in die Tat umsetzen.


* Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen herzlichen Dank an den Südwest-Verlag und das Bloggerportal für die freundliche Kooperation.

September 15, 2017

Interrail: Innere Hebriden, Westküste, Kyle of Lochals & Skye, Schottland (12.07.17)


12. Juli 2017, Kyle of Lochhals & Überfahrt nach Skye:
Die Landschaft zog nur langsam an uns vorbei. Unsere Gesichter waren der Fensterscheibe so nah, dass unser Atem sie beschlug. Die Kamera in der Hand, gepaart mit ständigem "Wow", "Oh mein Gott", "Das ist unfassbar schön". Jeder weiß, dass Fotos, die während einer Zugfahrt durch die Fensterscheibe geschossen werden, meist an ihrer Qualität leiden. Und doch konnten wir nicht anders, als diese atemberaubende Landschaft festzuhalten, wenn wir nicht gerade damit beschäftigt waren, vor staunen regungslos da zu sitzen, oder die schottischen Jungs, die neben uns im Abteil saßen, voller Entsetzen beim Schmatzen zu beobachten.
Ein kleiner Zug, quer durch die inneren Hebriden bis hin zur Westküste. Weit und breit kein Haus zu sehen, winzige Bahnhöfe, an denen hier und da ein Opi mit dickem Schal und Fernglas stand. Der Inbegriff von Ruhe und Abgelegenheit. Unterwegs zu einem Hafenörtchen, von dem aus wir über eine Brücke auf eine Insel gelangen sollten, die gerade einmal sechs Einwohner pro km² zählte.
Nach einem sonnigen, aber kurzen Aufenthalt in Kyle of Lochals, mit dem größten Eis der Welt und dem leckersten Fischbrötchen inklusive Krabbensalat - was sollte man am Meer auch anderes essen - nahmen wir den Bus, der uns über die Brücke, welche die Insel Skye mit dem Festland verbindet, quer über die Insel bis nach Broadford, dem zweitgrößten Ort der Insel bringen sollte. Mit ca. 100.000 Einwohner glaubten wir tatsächlich, dass der Ort etwas lebhafter sei - falsch gedacht. Eine Pizzeria, eine Tankstelle, ein Supermarkt und ein Kiosk mit Fish & Chips, inklusive zweier Hostels. Das war's. Doch für unsere Tage auf Skye reichte es vollkommen und so fühlten wir uns in dem kleinen Örtchen schnell wohl, auch wenn das SHYA Broadford Hostel zu denken übrig ließ. Mit vier Übernachtungen das teuerste und definitiv am schlechtesten ausgestattetste. Aber die traumhafte Landschaft auf Skye machte dies wieder wett und so waren P. und ich uns bereits am Abend sicher: Dies ist einer der schönsten Orte der Welt!
Das Wetter auf Skye hat seine eigenen Verhaltensmuster. Im einen Moment scheint die Sonne und die Insel beglückt dich mit einer wundervollen Aussicht auf's Festland, im nächsten Moment folgt Regen. Doch Skye hat uns gelehrt, dass die Insel bei jedem Wetter wunderschön ist, zu jeder Tageszeit. Vor allem zur blauen Stunde.

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