Oktober 26, 2016

{Selbstgeschriebenes} Unten Blau, oben Weiß

In den letzten Wochen ganz tief unten.
Eine Masse. Tonnenschwer. Dunkel. Undruchdringbar.
Sie drückt mich nach unten, immer tiefer, bis ich auf dem Boden aufschlage.
Die Mauer, tagelang zusammengezimmert, bekommt Risse.
Stück für Stück bröckelt der Stein, bröckelt die Fassade.

Und dann?
Nur noch ich.
Ohne Mauer, Fassade, Schutz.
Bloße Haut, die durchzogen ist mit Mustern. Rissiges Porzellan. Splittriges Glas.

Und dann?
Nur noch ich.
Tief am Meeresboden. Von Wellen umzogen.

Der Druck (auf meinen Ohren) wächst. Von Minute zu Minute.
Das tiefe Blau umhüllt mich schützend - wie das Wolkenbett - und verrät mich doch!
Wäscht sämtliche Farben aus der Illusion. Erst Rot, dann Grün, dann Blau.
Blau wie das Meer.
Schließlich Weiß.
Weiß wie die Hoffnung.

Der Illusion weicht die Realität.
Bitter und süß zugleich. Bittersüß.
Sie übermahnt mich. Drückt mir die Kehle zu und verhindert das Atmen.
Atmen. Atmen. Atmen.
- Atmen nicht vergessen -

Das Blau wird durchzogen von Weiß.
Weiß wie die Hoffnung.
Ein Flimmern unter Wasser. Farbenspiel. Trugbild.
Doch das Spiel unter Wasser bleibt.
Alles weicht, doch es bleibt.
Standfest und unregelmäßig. Bloß ein Hauch. Ein Kitzeln auf der Haut. Deine Finger auf der Haut.

Ein Trugbild. Erneut Illusion. Meiner viel zu blühenden Fantasie entsprungen.
Und doch lässt es mich nicht mehr los. Lässt mich erwachen aus der Erstarrung, zieht mich heraus aus den eigenen Mauertrümmern. Weg vom Boden. Dem Flimmern hinterher.
Schwimmen gegen den Strom. Gegen die Wassermassen. Gegen das Blau.
Hin zur Oberfläche. Flimmern. Weiß.

Und ich schwimme. Breite die Arme aus, trete mit den Beinen.
Gegen den Strom.
Hin zum Weiß.
Durchbreche die Wasserdecke.
Aufatmen.
Luftholen.
Aufatmen.
Luftholen.
Wieder über Wasser.
Unten Blau, oben Weiß. Dazwischen ich.
Wieder über Wasser. Fast an Land.

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