September 28, 2016

{Gedanken} Wie im Sturm



Es brauchte bloß einen kleinen Stich. Eine Nadel. Schmal. Spitz. Im Stande, meine Seifenblase mit einem Treffer platzen zu lassen.
Wie im Sturm, wenn der Wind den Pusteblumen jegliche Schirmflieger entreißt, diese durch die Lüfte wirbeln. Unaufhaltsam. Nicht kontrollierbar. Aus der Form gebracht.

Ein Knall. 
Fetzen fliegen. 
Das bunte Schillern verschwindet gänzlich.
Und mein Gesicht brennt.
Fühlt es sich doch an, wie ein fester Schlag ins Gesicht.
Ein Schlag der längst überfällig ist. Den ich unterbewusst die ganze Zeit erahnte. Mich bereits duckte, um ihm ausweichen zu können.
Doch Ausweichen ist unmöglich.
Die Wangen rot. Ob Schmerz oder Scham, ich weiß es nicht. Rot ist Rot.
Und Wahrheit ist Wahrheit.
Und die tut weh. Eigentlich immer. Mag sie auch kleine oder große Dinge im Leben betreffen. Wahrheit tut weh.
Diese ganz besonders.
Doch zum ersten Mal seit langer Zeit sehe ich wieder klar. Fühle ich mehr, als bloß einen monotonen Herzschlag. Packe mich nicht mehr ein, in die weiße Watte, um mich vor der Wahrheit zu schützen. Denn auf eine seltsame Weise habe ich mich danach gesehnt. Sie erwartet. Und gehofft, zu fallen. Zu stürzen und hart zu landen. Viel zu hart. Nur, um wieder etwas zu spüren. Mehr als meinen monotonen Herschlag. Denn jetzt rast mein Herz. Schlägt 200 Schläge pro Minute. Steigt mir zu Kopf. Und die Gedanken? Die sind wieder laut. Viel zu laut. So laut, dass ich das Gefühl habe, jeder müsse sie hören. Doch gleichzeitig sind sie auch leise. Kreisen, wirbeln alles auf und sind doch nur für mich hörbar. Viel zu leise. Viel zu wild.

Es brauchte bloß einen kleinen Stich. Eine Nadel. Schmal. Spitz. Im Stande, meine Seifenblase mit einem Treffer platzen zu lassen.
Wie im Sturm, wenn der Wind den Pusteblumen jegliche Schirmflieger entreißt, diese durch die Lüfte wirbeln. Unaufhaltsam. Nicht kontrollierbar. Aus der Form gebracht.


Entstand bereits im Frühling/Sommer diesen Jahres 

Kommentare :

  1. Wow. Den Schlag habe ich letztens verpasst bekommen, doch ich falle noch und warte auf den harten Aufprall. Mein Herz ist seit her eher betäubt als rasend.

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    1. Das tut mir sehr Leid. Das Gefühl ist wahrlich alles andere als schön. Aber leider braucht es da manchmal. <3
      Ich wünsche dir ganz viel Kraft und denke an dich.

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