September 03, 2016

{Gedanken} Hemmstoff Angst oder die Erkenntnis, dass das Leben auch ohne mich weiter geht


Ich bin eigentlich kein ängstlicher Mensch. Niemand, der sich sofort von einem düsteren Blick abschrecken lässt oder bei der ersten Niederlage einen Rückzieher macht. 
Ich bin neugierig, abenteuerlustig, weltoffen. Immer auf der Suche nach neuen Entdeckungen, neuen Facetten, Erlebnisse und Erinnerungen.
Und doch kann mich die Angst manchmal ganz schön hemmen. Mich festhalten, an sich binden. Klein machen und mich nicht an meine Stärke und Kraft glauben lassen.



Ich kann nicht sagen, ob es jedem so geht, wenn man weiß, dass bald ein großer Lebensabschnitt zu Ende gehen wird. Ein neuer beginnen kann. Sollte man sich nicht eigentlich freuen? Ohne Melancholie nach vorne blicken und das vergangene als schöne Erinnerung bei sich behalten? Mit offenen Augen den neuen Weg wählen und ihn fröhlich, voller Erwartungen entlang spazieren?



Wäre da nicht die Angst vor der Zukunft. 
Der Hemmstoff der Angst. 
Zukunftsangst.
In den letzten Tagen war diese für mich so greifbar wie selten. Und eigentlich sollte man denken, es wäre nicht so schwer, eigene Entscheidungen zu treffen, gerade wenn beide Optionen gut klingen. Doch auch wenn es in erster Linie keine schlechte Wahl gab, zumindest zur Zeit noch nicht, gab es einen Unterschied zwischen den Optionen. 
Würde ich die eine wählen, müsste ich meine Komfortzone verlassen. 
Nicht, dass ich noch nie für länger Zeit im Ausland gewesen wäre, aber im Vergleich zu 6 Wochen sind 6 oder 9 Monate doch ein Unterschied. 
Denn so viel ist klar, wendet man der Heimat für diesen Zeitraum den Rücken zu, wir die Uhr weiter ticken. Das Leben wird hier zu Hause weiter gehen. Ohne mich. 
Und so viele Erfahrungen und Abenteuer, die ich so liebe, der Auslandsaufenthalt auch mit sich bringen würde, so schwer würde es mir auch fallen, zu akzeptieren, dass ich hier in Deutschland vieles verpasse. 
Dass ich weiß, meine Freunde werden trotzdem lachen, feiern, Spaß haben. Ohne mich. 
Meine Familie wird gemeinsam im Garten sitzen. Ohne mich. Ein Stuhl wird leer bleiben.
Und auch wenn sie mich aicherlich vermissen werden, wird das Leben weiter gehen. Ohne mich.


Und das zu akzeptieren, die eigene Komfortzone zu verlassen und sich einzugestehen, dass das Leben weiter geht und man nicht alles haben kann, das ist nicht leicht. Diese Grenze muss man erst einmal übertreten. Um dann mit neuen Abenteuern, Freundschaften und Erinnerungen belohnt zu werden.
Denn eigentlich weiß man ganz tief im Inneren, dass es sich lohnt.


Bild 1 & 4 von P.

Kommentare :

  1. Dass man nicht alles haben kann...
    das ist wirklich nicht leicht.
    Wenn dieses Schuljahr vorbei ist wird für mich auch alles anders sein, aber darauf freue ich mich :) Ich freue mich endlich genaustens meine Interessen verfolgen zu können. Auf mein Ziel hinzuarbeiten. Leute kennenzulernen die die gleichen Interessen haben und trotzdem andere Meinungen, die meinen Horizont erweitern.

    Die Bilder sind toll geworden :) Eine Hauswand von uns ist voll mit Sonnenblumen, doch ein Feld ist noch viel schöner. Irgendwie sehen sie total analog aus :D

    Alles Liebe, May von Mayanamo

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    1. Vielleicht sind die Dinge, über die wir uns jetzt Gedanken machen, in wenigen Monaten auch vollkommen überflüsslig. First-World-Problems. Und so banal und oberflächlich es auch klingt, Angst macht es trotzdem, nicht wahr?
      Ja, da hast du Recht. Mir geht es genauso. Es ist diese spannende Mischung aus Freude und Angst.

      Danke. <3 Das ist dem tollen Filter meines Berarbeitungsprogrammes und dem Licht gestern Morgen zu verdanken. :D Ich mag diese analoge Optik sehr.

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