Dezember 01, 2015

So tun als ob {Soziale Netzwerke}


Wie oft erwische ich mich dabei, wie ich alles tue, bloß nicht das, was ich sollte.
So wäre es eigentlich höchste Zeit, für die bevorstehende Musikklausur zu lernen, oder mich dem Berg an Hausaufgaben zu widmen. Doch trotzdem schaffe ich es immer wieder, mich abzulenken.
Bling - eine neue Benachrichtigung bei Facebook. Oder all die tollen Instagram-Bilder, die auf mich warten. Kaum drei Stunden vergehen, in denen ich mich nicht durch meinen Feed scrolle, immer mehr Inspiration finde und das Leben dieser scheinbar perfekten Menschen bewundere.
Ja, gerade Instagram schafft es immer wieder, mich abzulenken. Ich bin mir dem nur allzu bewusst und umso schlimmer wird es, wenn ich Fotos von Menschen sehe, die heute schon so viel erreicht haben. Und ich? Ich lenke mich ab. Drücke mich vor der Arbeit und träume ebenfalls von diesem perfekten Leben.
Seltsamerweise ist mir klar, wie viel mehr Schein als Sein hinter den Bildern steckt, doch das übt gerade diese Reiz auf mich aus. So tun als ob. Müsste es dann nicht auch für mich möglich sein, zumindest auf Instagram dieses perfekte Leben zu führen? Indem ich extrem produktiv und erfolgreich bin? Erreiche, was ich mir vornehme?
Ja, in gewisser Weise habe ich mir durch den Schein und Reiz Instagrams selbst etwas vorgemacht.
Und dann kam die Angst. Zu sehr in der Welt der Sozialen Netzwerke zu leben, zu wenig in der realen. Nach langem hin und her löschte ich meinen Instagramaccount und auch andere, wie Twitter, oder verschiedene Profile in Netzwerken, die ich sowieso kaum nutzte.
Auch mein Blogroll und die YouTube Abos wurden minimiert. Es blieb nur, was mich wirklich inspiriert, was (zumindest größtenteils) echt ist. Was mich vielleicht auch glücklich macht und zum Nachdenken anregt.
Inzwischen achte ich bewusster darauf, wie ich meine Freizeit verbringe. Ob ich mich nicht lieber erst lerne und dann als kleine Belohnung einen neuen Artikel auf meinem Lieblingsblog lese.
Es ist kaum vorstellbar, wie befreiend dieses Gefühl ist und wie viel produktiver ich doch sein kann. Die Ablenkung ist einfach geringer. 
Und das Leben realer.


Wie stehst du zu Sozialen Netzwerken, wie Instagram, die nicht nur ablenken, sondern auch ein falsches Bild entstehen lassen? Oder ist dies für dich gar kein Problem und du kannst gut ziwschen Realität und Fiktion unterscheiden? Schreib mir doch gerne ein Kommentar.

Liebste Grüße,



Kommentare :

  1. Hallo liebe Franzi,
    Ist ja fast schon Ironie des Schicksals, dass ich deinen Beitrag heute morgen gelesen habe, als ich mitten im Lernen war ;)
    Tendenziell bin ich ein überfleißiger Mensch und muss eher darauf achten, mich nicht durch die ganze Arbeit selbst zu vernachlässigen.
    Auch wenn die überspitzte Selbstdarstellung anderer Leute Leben mich ziemlich unberührt lassen, nervt mich das Ganze trotzdem ziemlich, weil ich merke, dass es mein Umfeld eben wohl berührt und diese eben wohl von diesem nicht existenten, aber perfekten Leben träumen.
    Ich kann daher sehr gut nachvollziehen, wieso es bei anderen nicht so ist und dahingehend finde ich deine Entscheidung unheimlich reflektiert und klug!

    liebe Grüße
    Emilie

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    1. Hallo liebe Emilie,
      ach, ein bisschen Ablenkung darf auch sein. Man muss ja auch mal Pausen vom Lernen machen. ;-)
      Ich bewundere dich wirklich sehr für deinen Fleiß. Ich persönlich gehe wohl auch in diese Richtung, weshalb Instagram für mich eher eine enorme Falle in den Perfektionismus war.
      Ich glaube auch, dass sich viel zu viele Menschen davon beeinflussen lassen und kann dich nur zu gut verstehen.
      Dankesehr. :-)

      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
      Liebste Grüße und vielen Dank für dein nettes Kommentar,
      Franzi

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  2. Ohja, ich glaube jeder kennt das Gefühl "abzudriften".
    Aber normalerweise kann ich die zwei Welten schon ziemlich
    gut unterscheiden & für das reale lebe ich mehr.
    Alles Liebe, Maya von Melyanisme

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    1. Da kann ich dir nur zustimmen. Auch ich lebe für das reale Leben mehr, doch trotzdem habe ich eben gemerkt, dass Instagram ein extremer Zeitfresser für mich ist. ;-)
      Vielen Dank für dein Kommentar.
      Liebste Grüße,
      Franzi

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  3. Hallo,
    ich kann dich komplett verstehen! Erst dieses Jahr habe ich z.B. meinen Facebook Account gelöscht. Instagram ist ja immer so eine Sache. Aber für mich ist es irgendwie mehr "Fotos anschauen" als Social Network. Ich finde es ok "gestellte" Bilder hochzuladen. Bzw. mache ich meine Fotos meistens immer mit dem Handy/ipod. Übertrieben finde ich es immer wenn man nur Fotos von seiner Kamera hochlädt. Irgendwie ist es eben gerade dieses Mal schnell ein Foto mit dem Handy was ich an Instagram so gerne mag. :) Ich liebe es Fotos zu drappieren, aber ebenso gerne mag ich auch einfach ein paar Schnappschüsse. ich denke bei so einer Sache sollte man einen guten Mix haben!
    Liebe Grüße,
    Marlene :)

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    1. Vielen, vielen Dank für deine liebe Zustimmung. :-) Ohja, Facebook ist da auch so ein Faktor. Ich habe auch schon öfters überlegt, meine Account zu löschen, habe es aber letzendlich doch nicht getan, obwohl ich sehr selten bei Facebook bin. Aber gerade bezüglich Veranstaltungen finde ich es doch praktisch.
      Ich weiß, was du meinst. Du hast meiner Meinung nach eine gute Mischung gefunden. :-) Ich selbst habe nun für mich, nach dem Löschen, gemerkt, dass mir Instagram nicht zu arg fehlt und bin deshalb doch sehr froh über meine Entscheidung.

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