Mai 07, 2015

(Rezension) "Eine wie Alaska" von John Green


Kurze Info


Eine wie Alaska
John Green
288 Seiten
Gebundene Ausgabe bei Carl Hanser Verlag
Einzelband
16, 90 Euro

Zum Inhalt


Miles ist 16. Viel ist nicht gerade los bei ihm. Keine Liebe, keine Kumpels - ein stinknormales Leben. Bis er Alaska trifft. Miles verknallt sich in das schöne Mädchen und gerät in eine Achterbahn der Gefühle: Alaska - Göttin und Rätsel, euphorisch und voller verrückter Ideen, aber auch unberechenbar und verletzlich. Was verbirgt sich hinter ihrer coolen Fassade? Und was hat der lang ersehnte Kuss zu bedeuten? Alles hätte so schön werden können, wäre Alaska nicht betrunken Auto gefahren … 

(Quelle: Amazon)

Meine Meinung


John Green ist ein Meister der Worte. Denn er schafft es jedes Mal aufs neue, mich mitten ins Herz zu treffen. So auch mit seinem ausgezeichneten Roman "Eine wie Alaska".
Doch was ist eigentlich das Besondere an Greens Jugendbüchern? Der flüssige, lockere Schreibstil? Die spannende Handlung? Die sonderbaren Charaktere?
Für mich machen seine Bücher all das aus. Eine tolle Mischung aus Neuem, Frischen.
Denn der Amerikaner versucht nicht, Jugendliche zu belehren oder über Probleme zu schreiben, von denen viele Erwachsene glauben, dass sie die heutigen Teenager beschäftigen. Nein, er versetzt sich in seine Protagonisten hinein, wird selbst wieder zum Jugendlichen und kommt so seinen Lesern unheimlich nah. Weil seine Geschichten gerade wegen der Andersartigkeit so echt wirken.

Das große Vielleicht war über uns, und wir waren unbesiegbar. Der Plan hatte Schwächen, wir aber nicht.

Auch hinter "Eine wie Alaska" versteckt sich ein tieferer Sinn, der dem Leser erst gegen Ende des Romans bewusst wird. Ein weiteres Talent Greens: Hinter jedem Satz eine Metapher zu verstecken, die einen zum Nachdenken anregt. Über das Erwachsen werden, die erste große Liebe, Geheimnisse und Unglücklich sein. Als Leser hat man manchmal das Gefühl, eine riesengroße Kurzgeschichte zu lesen, bei der jeder Satz wichtig ist. Warum? Sobald die letzte Seite von "Eine wie Alaska" gelesen ist, hat man das Gefühl, das Jugendbuch nocheinmal lesen zu müssen, weil man jetzt den Sinn hinter all den Andeutungen versteht und das Ganze noch einmal genießen möchte.
Somit ist die Geschichte rund um Alaska, Miles und Co. voll von Melancholie, Charm und Spannung. Denn erst nach und nach werden Geheimnisse gelöst, manche vielleicht auch nie...

Der Mensch, glaube ich, braucht Sicherheit. Er erträgt die Vorstellung nicht, dass der Tod nichts sein soll, als ein großes schwarzes Nichts. Er erträgt den Gedanken nicht, dass seine Lieben aufhören zu existieren. Am Ende glauben die Menschen an ein Leben nach dem Tod, weil sie das Gegenteil nicht ertragen.

Etwas, das ebenso typisch für John Greens Bücher ist wie die Metaphern, sind spezielle Charaktere. Jeder einzelne ist etwas Besonderes. Niemand ist perfekt, jeder hat seine Ecken und Kanten, Vorlieben und Abneigungen. Und am liebsten würde man sich sofort unter die Clique von Alaska mischen und zusammen mit ihnen Streiche aushecken.

Dein ganzes Leben steckst du in dem Labyrinth fest und denkst daran, wie du ihm eines Tages entfliehst, und wie geil dann alles wird, und die Vorstellung von dieser Zukunft hält dich am Laufen, aber am Ende tust du es nie. Du hast die Zukunft einfach nur benutzt, um aus der Gegenwart zu fliehen.

Letzte Gedanken


"Eine wie Alaska" von John Green ist ein literarischer Genuss im Jugendbuchgenre, der durch eine spannende und geheimnisvolle Handlung sowie sonderbaren und zugleich wundervollen Charakteren glänzen kann.
Eine Geschichte voller Tiefgrund, die zum Nachdenken anregt und mehr als nur ein Jugendbuch ist.

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