Dezember 17, 2014

(Rezension) "Die Bücherdiebin" von Markus Zusak



Kurze Info


Die Bücherdiebin
Markus Zusak
588 Seiten
Einzelband
Erschienen am 7. September 2009
Taschenbuch bei Blanvalet
9,95 € [D]

Zum Inhalt


Der 1939, Nazideutschland. Der Tod hat viel zu tun und eine Schwäche für Liesel Meminger Am Grab ihres kleinen Bruders stiehlt Liesel ihr erstes Buch. Mit dem »Handbuch für Totengräber« lernt sie lesen und stiehlt fortan Bücher, überall, wo sie zu finden sind: aus dem Schnee, den Flammen der Nazis und der Bibliothek des Bürgermeisters. Eine tiefe Liebe zu Büchern und Worten ist geweckt, die sie auch nicht verlässt, als die Welt um sie herum in Schutt und Asche versinkt. Liesel sieht die Juden nach Dachau ziehen, sie erlebt die Bombennächte über München – und sie überlebt, weil der Tod sie in sein Herz geschlossen hat.

(Quelle: Lovelybooks)



Meine Meinung



Ich finde das Cover meiner Ausgabe wirklich sehr passend. Der Hintergrund ist in einem blassen Braun gehalten, was man als vergilbtes Papier interpretieren könnte und im Vordergrund sind Hauptfigur Liesel und der Tod, Hand in Hand, zu sehen.

Der Inhalt in Zusaks Roman ist einfach grandios! Bei „Die Bücherdiebin“ handelt es sich um eine Geschichte, die mit kleinen, unscheinbaren Buchstaben daher kommt und sich dann in ein Buch voller kostbarer Worte verwandelt.
Bei der Haupthandlung kann man drei verschiedene Bereiche eingrenzen.
Zum einen erlebt man Liesels Aufwachsen bei Rosa und Hans Hubermann mit, zum anderen die Entwicklung Nazideutschlands und zu guter Letzt, was der Tod denkt und fühlt.
Alle drei Bereiche haben mich enorm gefangen genommen und nicht mehr los gelassen. Mit so viel Geschick spinnt der Autor eine Geschichte voller Poetik, Tiefgründig- und Ernsthaftigkeit sowie interessanter geschichtlicher Hintergründe.
Oft war es erschreckend, was zu Zeiten Hitlers geschah und ich würde das Buch nicht ohne nötiges Vorwissen lesen, jedoch packt Markus Zusak dies in eine so liebevolle Handlung, dass die Wogen minimal geglättet werden können.
Zwar fiel es mir anfangs etwas schwer, mit all dem warm zu werden, doch noch knapp hundert Seiten war dieses Gefühl absolut verflogen und ich wurde mit Liesel zu Bücherdiebin.

Markus Zusaks Schreibstil ist voller bewegender Worte. Er findet immer die richtigen, ist mal ehrlich, liebevoll oder erschreckend. In einem einzigen Buch schafft der Schriftsteller es, viele verschiedene Facetten aufzuweisen.
Vor allem seine Darstellung des Todes faszinierte mich.
Ich las jedes Wort mit bedacht, denn „Die Bücherdiebin“ ist kein Roman zum Verschlingen. Er muss genossen und mit Bedacht aufgenommen werden.
 
Wie dem Tod selbst, ist Liesel Meminger auch mir sofort ans Herz gewachsen. Mit ihrer aufrichtigen, offenen Art war sie mir auf Anhieb sympathisch. Ihre Liebe zu den geschriebenen Worten wird mehr als deutlich und wird spätestens jetzt jeden von deren Herrlichkeit überzeugt haben.
Hans und Rosa Hubermann, Liesels Pflegeeltern konnten mich gerade wegen ihrer wunderbar verschobenen Eigenarten beeindrucken. Ebenso ging es mir mit dem besten Freund der Hauptprotagonistin, Rudi, der immer für einen Lacher sorgte.
Doch am meisten lieben gelernt habe ich Max Vandenburg. Ein so toller, wortbegabter Menschen, der all das nicht verdient hat. Niemand…
Wer natürlich ebenfalls genannt werden muss, ist der Tod. Und ganz ehrlich? Mir wurde ein wenig Angst vor ihm genommen.



Fazit


„Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak hat mich mit einer tiefgründigen, liebevollen und zugleich grausamen Art gefangen genommen. Dieser Roman steckt voller wahrer Worte, handelt von Freundschaft, Büchern und Ungerechtigkeit. Grandios und bewegend.
Eines ist klar: Man muss Liesel Memingers Geschichte definitiv gelesen haben, auch wenn kein Augen trocken bleibt.

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