September 20, 2014

(Reisen) Föhr - Die friesische Karibik

Als das Auto hält, öffne ich blitzschnell die Tür, vorbei am Gitter, den Deich hinauf. All die Schafe müssen sich über uns Verrückte gewundert haben, doch das war es wert. Das erste Mal nach einer Fahrt durch halb Deutschland das Meer sehen. Ein unbeschreibliches Gefühl.


Während der Fähreüberfahrt herrschte dann schon richtiges Hochseeklima und die Vorfreude auf einen tollen Urlaub mit der Familie an der Nordsee stieg.
Ich muss zugeben, das erste, was ich von der Insel erblickte, schreckte ab. Hochhäuser. Doch davon darf man sich nicht beirren lassen, ich wurde ganz schnell eines besseren belehrt.

Am Anlegehafen wurden wir Passagiere mit einem Willkommen auf Föhr begrüßt und konnten schon gleich unser kleines Häuschen im Dorf Wrixum beziehen.
Dieses  war wirklich ein Traum. Typisch friesisch eben.


Wir wohnten sehr zentral, direkt neben der Inselhauptstadt Wyk.
Insgesamt beheimatet die 12,7 m lange Insel 12 mehr oder wenig große Gemeinden.
Alkersum, Borgsum, Dunsum, Midlum, Nieblum, Oevenum, Oldsum, Süderende, Untersum, Witsum, Wrixum und Wyk.
Jedes hat seinen ganz eigenen Charme und einige durfte ich mir ansehen.
Wie hier am besten unterwegs ist? Mit dem Fahrrad natürlich! Ohne den Drahtesel geht nichts.
Es gibt sehr schöne Radwege, bei denen man unheimlich viel erkunden kann.

Was auf keinen Fall fehlen darf, ist Dorfschönheit Nieblum. Den ersten Platz auf dem Treppchen kann ihm wohl so schnell niemand streitig machen, denn Nieblum ist unbeschreiblich! Man muss es erlebt und gesehen haben.
Kopfsteinpflaster, Friesenhäuser, Künstlerateliers und vieles  mehr.




Mein Geheimtipp: der Nieblumer Strand. Wie im Bilderbuche liegt er da. Ruhig und erholsam. Die Wellen kommen rauschend an, man sitzt im Strandkorb und genießt den Augenblick.
Und so weit das Meer bei Ebbe auch entfernt sein mag, der Weg zum Wasser lohnt sich. Da springt man auch gerne einmal mit Unterwäsche in die tosenden Wellen.



Kulinarisch kamen wir vier Urlauber natürlich auch nicht zu kurz. Leckerer Fisch, ein gutes (unglaublich teures) Stück Kuchen und e' Tass' Kaff'.
Im Cafe Alte Schule kann man einen schönen Nachmittag verbringen, bei dem es viel zu entdecken gibt. Umgeben von Hühnern, auf der "Träumer Bank" oder  im "Feengarten".


Und danach geht's mit dem Rad zu den sprechenden Grabsteinen nach Süderende. Hier werden ganze Lebensgeschichten von Seefahrern und Walfängern erzählt. Zurück radelt man an Windmühlen vorbei und verliebt sich wieder einmal in all die kleinen Dörfer.


Wer dann gerne noch einmal richtig sportlich aktiv werden möchte und das Watt näher kennenlernen will, sollte eine Wattwanderung zur Nachbarinsel Amrum machen. 8 Kilometer in 3,5 Stunden, in denen man nicht nur wunderschöne Muscheln finden kann, sonder auch einiges über die kleinen und großen Lebewesen in Meer und Boden lernt.

Beim Aufenthalt in Amrum  lernt der Besucher nochmal eine ganz andere Nordseeinsel kennen und kann am schönen Strand entspannen.


Ich könnte noch viele weitere (Unternehmungs-) Tipps für Föhr aufzählen, denn wieder einmal habe ich mich in eine Nordseeinsel verliebt.
In unser kleines Friesenhaus, den Strand, das Watt, die Dörfer...

Föhr, ich komme wieder.

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