Juni 19, 2014

(Rezension) "Letztendlich sind wir dem Universum egal" von David Levithan





Kurze Info


Letztendlich sind wir dem Universum egal
David Levithan
400 Seiten
Erschienen am 24. März 2014
Gebundene Ausgabe bei Fischer FJB
7,99€ [D]
ISBN: 3841422195



Zum Inhalt



Die Geschichte einer ungewöhnlichen ersten großen Liebe – und ein phantastischer Roman, wie er realistischer nicht sein könnte



Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren.


Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Mit ihr will er sein Leben verbringen, für sie ist er bereit, alles zu riskieren – aber kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?


Wie wäre das, nur man selbst zu sein, ohne einem bestimmten Geschlecht oder einer bestimmten Familie anzugehören, ohne sich an irgendetwas orientieren zu können? Und wäre es möglich, sich in einen Menschen zu verlieben, der jeden Tag ein anderer ist? Könnte man tatsächlich jemanden lieben, der körperlich so gestaltlos, in seinem Innersten aber zugleich so beständig ist?



(Quelle: Amazon)
 



Meine Meinung



Jeden Morgen beginnt er ein auf’s Neue ein Leben in einem anderen Körper. Und jeden Abend wird er aus diesem wieder heraus gerissen.

A ist jeden Tag jemand anderes. Er hat keinen eigenen Körper, weiß nicht welchem Geschlecht er angehört, hat weder Familie noch Zuhause.

Doch dann verliebt A sich in ein Mädchen und dieses geht ihm nicht mehr aus dem Kopf.

Aber hat eine solche Liebe überhaupt eine Chance? Kann man jemanden Lieben ohne auf die Hülle zu achten? Kann man das tägliche Wechseln der menschlichen Umstände komplett vergessen?
Jeden Tag bin ich jemand anders. Ich bin ich - so viel weiß ich - und zugleich jemand anders. Das war schon immer so. (S.7)


Das Cover von „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ ist ein Traum. Es passt perfekt zur Handlung und ist nebenbei auch noch wunderbar Jugendlich (obwohl dieses Buch durchaus auch von Erwachsenen gelesen werden kann).

Ich bin die Menschen in den anderen Autos, die alle ihre eigenen Geschichten haben, aber zu schnell vorbeifahren, um bemerkt oder verstanden zu werden. (S.229)


David Levithans Schreibstil schwebt genau in der Grenze zwischen jugendlich und erwachsen, schafft es, beide Seiten anzusprechen. Aus der Sicht von A erzählt er frech, mitten aus dem Leben gegriffen und vor allem ehrlich, sowie intelligent.

In diesem Roman stecken so viele wahre Aussagen, die schon beinahe philosophisch wirken und den Leser zum Nachdenken animieren.

 "Ich würde es beenden", sage ich. "Ich würde dem ewigen Verwandeln ein Ende machen, wenn ich könnte. Bloß um hier bei dir zu sein." "Aber du kannst es nicht beenden", sagt sie. "Das weiß ich." (S.289)


Zusammen mit einer andersartigen, tollen Handlung ergibt dies schon jetzt ein ganz wundervolles Buch, das in Erinnerung bleibt.

Mit der Hauptperson A erlebt man die vielen verschiedenen Leben Jugendlicher im Alter von ungefähr 16 Jahren. Doch keines Wegs nur die schönen Seiten. Auch schwierige Situationen wie Depressionen, Kinderarbeit oder starke Übergewichtigkeit sind vorhanden. Diese realistischen Probleme zeigen, dass das Buch, bis auf A’s ständiger „Körperwechslung“ alltäglich ist.
Ich wollte, dass die Liebe alles überwindet. Doch das kann sie nicht. Sie kann nichts aus sich heraus tun. Es liegt an uns, in ihrem Namen alles zu überwinden. (S.348)



A selbst ist dem Leser sympathisch, obwohl man erst spät mehr über ihn und seine Vergangenheit erfährt. Er hat einen guten Charakter und zeigt, dass das Äußere relativ unwichtig ist, die inneren Werte zählen.

Rhiannon handelt ebenfalls sehr realistisch und wächst einem ans Herz.

Über viele Menschen, in deren Körper A für einen Tag lebte, interessieren den Leser brennend und man wünscht sich, mehr von ihnen zu erfahren.

Jeder einzelne ist voller Liebe entstanden und ganz besonders.

Wenn man ins Universum starrt, ist sein Mittelpunkt nur Kälte. Und Leere. Letztendlich sind wir dem Universum egal. Dem Universum und der Zeit. Deswegen dürfen wir einander nicht egal sein. (S.392)


Letzte Gedanken



„Letztendlich sind wir dem Universum egal“ von David Levithan ist ein Roman für junge und alte Erwachsen. Er ist besonders, anders und einzigartig. In diesem Buch stecken viele, wunderbar philosophische Aussagen, die in Erinnerung bleiben. Genau so wie die Liebesgeschichte von A und Rhiannon und die einzelnen Schicksale der Jugendlichen, deren Leben A für einen Tag führte.

Dieses Buch muss man lesen!

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