Mai 15, 2014

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green

Zum Inhalt


„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch.
(Quelle: Amazon)


Mein Lieblingsbuch war mit Abstand Ein herrschaftliches Leiden, aber ich erzählte anderen Leuten nicht gerne davon. Manchmal liest man ein Buch, und es erfüllt einen mit diesem seltsamen Missionstreiben, und du bist überzeugt, dass die kaputte Welt nur geheilt werden kann, wenn alle Menschen dieser Erde dieses eine Buch gelesen haben. Und dann gibt es Bücher wie Ein herrschaftliches Leiden, über die du mit niemandem reden willst, weil das Buch so besonders und kostbar und so persönlich für dich ist, dass darüber zu reden sich wie Verrat anfühlt. (S. 41)

Meine Meinung


Schon lange stand dieses Buch auf meiner Wunschliste. Und nun habe ich mich endlich heran getraut.

Als Hazel Grace nach langem Überreden ihrer Mutter wieder die Selbsthilfegruppe für krebskranke Kinder besucht, lernt sie Augustus kennen. Schnell freunden sich die beiden an und unternehmen viel miteinander. Aus dieser Freundschaft wird nach und nach eine zärtliche Liebe, doch hat dieses wirklich eine Chance? Denn Hazels Tage sind gezählt…

Mit sehr, sehr hohen Erwartungen habe ich das Buch mit dem wunderschönen Cover aufgeschlagen und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Denn „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist ein wunderschöner Roman, bei dem es sich definitiv nicht um ein typisches „Krebsbuch“ (die Hazel Grace übrigens überhaupt nicht mag) handelt. Berührend, anders und herzerwärmend.


Es wird immer von der Tapferkeit von Krebskranken geredet, und ich will ihnen die Tapferkeit auch nicht absprechen. Ich werde seit Jahren zerstochen, aufgeschnitten und vergiftet, und ich schleppe mich immer noch weiter. Aber macht euch nichts vor: In diesem Moment wäre ich sehr, sehr gerne tot gewesen. (S. 117)

John Greens Schreibstil ist sehr frisch. Er schafft es, die perfekte Mischung aus Ernsthaftig- und, Tiefgründigkeit in seinem Jugendstil zu verknüpfen. Dies macht seinen Schreibstil zu etwas ganz besonderem. Wie oft hat er mich mit seinen Worten zum Schmunzeln, aber auch zum Weinen gebracht.

Die Handlung des Buches gefällt mir ebenfalls sehr gut. Sie ist vor allem eines: Unerwartet und voller Wendungen. Mit einigen hätte ich nie im Leben gerechnet und musste erst einmal schwer schlucken. Green hat mich von Seite zu Seite überrascht und es geschafft, dem ernsten Thema der Krankheit Krebs gerecht zu werden. Mit Frische, Humor und genügend Ernsthaftigkeit hat der Autor das Herz des Lesers im Sturm erobert.


"Dir ist schon klar, dass dein Versuch, mich auf Abstand zu halten, meine Zuneigung zu dir nicht schmälern kann, oder?", sagte er. "Nicht?" "Jeder Versuch mich zu retten, ist zum Scheitern verurteilt", sagte er. (S. 134)

Auch über die Figuren kann ich nur positives Schreiben. Sie sind anders (im positiven Sinne), wunderbar realitätsnah und ganz und gar nicht perfekt.
Hazel entspricht überhaupt nicht der typischen Kämpferin gegen den Krebs, Augustus „Gus“ hat ein sehr starkes Selbstbewusstsein und ist wahnsinnig charmant.
Die Nebencharaktere sind genau wie die Protagonisten mit viel Liebe erschaffen worden und haben die Sympathie des Lesers schnell gewonnen.


"Tut mir leid", sagte ich wieder. "Mir auch", sagte er. "Ich will dir niemals so was antun", erklärte ich ihm. "Ach, das würde mir nichts ausmachen, Hazel Grace. Es wäre mir eine Ehre, mir von dir das Herz brechen zu lassen." (S. 188)

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green hat sich ab der ersten Seite in mein Herz geschlichen. Hierfür sind die wundervoll authentischen Charakteren, der frische Schreibstil und das ernste Handlungsthema verantwortlich. Der Roman schaffte es ständig, mich zum Weinen zu bringen. Sowohl vor Lachen als auch vor Trauer.
Ein Buch, das Tiefgrund hat, den Leser zum Nachdenken anregt und ihm zeigt, wie kostbar das Leben ist.

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