Mai 06, 2018

März & April 2 0 1 8

Diese zwei Monate sind mit meine liebsten im Jahr, denn in den meisten Fällen kommt er dann leise an, der Frühling. Auch wenn im März noch der ein oder andere Schnee fiel, begrüßte mich der Frühling spätestens im April mit strahlendem Sonnenschein und blühenden Krischbäumen.


Glücksmomente

Den Großteil meiner Semesterferien verbrachte ich Zuhause, weshalb meine Glücksmomente sich rund um Mamas leckeren selbstgebackenen Kuchen, unseren Garten, den Wald, die Abende mit meiner Familie, die Besuche bei den Großeltern und das nächtliche Quatschen mit Freunden drehen.

Anfang März hatte ich Geburtstag und feierte diesen mit meinen Schulfreunden. Es war so schön, all diese tollen Menschen wieder an einem Fleck zu haben, denn mittlerweile sehen wir uns so selten in dieser Konstellation. Umso glücklicher war ich am Abend meines Geburtstages.
Auch die Post, die dann immer eintrudelt, macht mich jedes Mal so glücklich und dankbar, für die Menschen, die mir so nahestehen.

Ende März ging es dann für zwei Wochen auf Reisen:
Zuerst war ich mit zwei Freundinnen, die mit mir in Regensburg studieren, in Paris. Hier verbrachten wir vier wundervolle Tage, aßen Croissantes und tranken zu viel Wein, schlenderten durch die Straßen und wendeten das Gelernte der Uni endlich wieder live an. Paris hat mein Herz, immer wieder und ich bin mir sicher, dass ich in meinem kommenden Auslandsjahr in Frankreich noch ein paar Mal dort sein werde. Mehr über Paris könnt ihr hier lesen.

Die zweite Reise ging mit meiner Mama an die Nordsee, auf die ostfriesische Insel Borkum. Jedes Mal, wenn wir hier sind, laufen uns die Tränen vor Glück über die Wangen. Das tosende Meer, der Geruch von Salzwasser, die nach und nach wieder belebten Strandzelte. Hach, Borkum ist auch nach dem fünften Besuch noch wunderschön und der erholsamste Ort der Welt. Ganz viele Bilder zu Borkum gibt's hier.

Im April fuhr ich zu Semesterbeginn zurück nach Bayern, hatte eine liebe Freundin im Gepäck und bekam im Laufe des Monats noch einmal Besuch

Gemeinsam saßen wir bereits jetzt unzählige Abende an der Donau oder auf einem der vielen Plätze in der Altstadt. Genossen das herrliche Wetter, drehten einen Kurzfilm, waren zu Besuch auf einem Schloss und hielten die erste Referate.
Das zweite Semester startete voll und etwas chaotisch und brachte dennoch so viele Glücksmomente mit sich. Immer wieder die gemeinsame Zeit genießen, atmen, den Frühling (bzw. Sommer bei 30 Grad) festhalten wollen. Ewig Fahrrad fahren, eine Wanderung im Umland machen, die künftige Mitbewohnerin in Frankreich kennenlernen. Lachen. Sonnenbrand bekommen. Zusammen kochen und Tatort schauen. Wieder voll im Studentenleben sein.


Gehört

Joris - Signal
Jason Mraz - Have It All
Mogli - Album Wanderer
Alanis Morissette - Ironic
Vianney - Album Vianney (vor allem: Moi aimer Toi)


Gelesen

"Schnell, dein Leben" - Sylvie Schenk
"Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" - John Green
"Der große Trip: 1000 Meilen zu mir selbst" - Cheryl Strayed
"Ein ganz neues Leben" - Jojo Moyes

Ein paar ausführliche Worte hierzu gibt's in diesem Post.


Gesehen

Die Netfilx-Serie "Dark". Gefiel mir richtig gut.


Ich wünsche euch einen schönen sonnigen Mai.

April 28, 2018

Madeira: Ponta de São Lourenço

Auch wenn momentan der Sommer nach Bayern gekommen ist, sehne ich mich gedanklich nach dem nächsten Reiseabenteuer. Sich in dieser Zeit an Madeira zurückzuerinnern scheint mir also keine schlechte Option. Weiter geht es mit Tag Drei unserer Reise.


Karge Landschaft. Zerklüftete Felsen. Der Wind zog an unseren Kleidern und schien es zu Beginn unter den Palmen noch richtig warm zu sein, spürte man auf den Bergen die kühle Luft, die von Osten her wehte. Der Ponta de São Lourenço begrüßte uns in seiner vollen Pracht. Über uns die lustigstens Vogelarten, hier und da eine Möwen, die ihre Kreise zog. Während wir den schmalen Weg entlang wanderten, bot sich uns ein Blick auf die vor uns liegende Halbinsel, bedeckt von saftigem Grün und dunklem Fels, an dem die Zungen des Meeres leckten.
Über roten Stein ging es hinauf und hinunter, um schmale Kurven. Hier fühlte es sich an, als befände man sich nicht mehr auf der bunten Blumeninsel, sondern in einer ganz anderen Welt. Die vertrockneten Blumen hatten etwas raues an sich, ebenso wie das Klima. Erst als wir
an der Spitze der Halbinsel ankamen, die weit ins Wasser reichte, hatte ich das Gefühl, die gesamte Pracht dieses wundersamen Ortes zu spüren. Sprachloses Staunen. Und einige Glückstränen, die sich mit dem aufkommenden Regen vermischten. 
Auf dem Rückweg der 8 km weiten Wanderung holte uns die nasse Luft ein und bis wir am Mietwagen waren, klebten unsere Kleider nass an unseren Körpern. Erst jetzt spürte man in Gänzen die raue Schönheit des Ponta de São Lourenço.

Ich glaube, an den Bildern erkennt man sehr gut, wie schnell das Wetter auf Madeira wechseln kann. Diesen Wechsel verzeiht ihr mir hoffentlich. Aber dazu in den nächsten Beiträgen mehr.

01.08.2017 | Ponta de São Lourenço, Madeira, Portugal

April 13, 2018

{Poetry} Andere Wege


Andere Wege_1

Andere Wege
wollte ich gehen

fernab von
alt
bekannt.

An Pfaden verloren
Menschen
gefunden
gehen sehen.

Die Bäume wiegen im Wind.
Der Mond steigt hinab.
Versinkt hinter der Welt –

Andere Wege
wollte ich gehen

fernab von
Vergangenheit.

Nicht gänzlich vergessen
bloß gänzlich
Verschlossen

Der Fluss schlägt Wellen.
Spült Erinnerungen mit.
Bringt sie liebevoll hervor –

Andere Wege
wollte ich gehen

Als Ganzes gebundene Worte
und mich selbst
neu
Erfunden.

April 08, 2018

Heimat ist ein Gefühl

Heimat ist ein Gefühl_Bild
Wir saßen gerade in der kleinen Bummelbahn, die uns Richtung Hafen bringen sollte, als ich auf einer Hauswand die Worte "Heimat ist ein Gefühl" las. Noch während der gesamten Heimreise gingen mir dieser Satz nicht mehr aus dem Kopf. Während die Landschaft an mir vorbeizog, Kraniche zurückkehrten und ich meinem Zuhause, meinem Geburtstort immer näherkam, dachte ich nach. Über das Wort Heimat. Und was es für mich bedeutet.

Gerade im letzten Jahr, als ich von Zuhause auszog, in eine Wohnung, in der ich fortan alleine leben sollte, stellte sich für mich die Frage, ob ich denn nun meine Heimat verlassen hatte. Ob diese kleine Wohnung mit den weißen Wänden zu meiner neuen Heimat werden würde.
Ich habe die Angewohnheit, auch im Urlaub zu sagen „Komm, wir gehen nach Hause“ und meine damit bloß die Ferienwohnung. Für diesen Zeitraum jedoch, ist dieser Ort wohl mein Zuhause, meine Heimat. Denn Heimat ist ein Gefühl.

Wenn ich in den Semesterferien die lange Zufahrt zu meinen Eltern, meinem Zuhause, antrete, fühlt sich das an wie Heim kommen. Genau das ist es wohl auch. Und zugleich verlasse ich eine andere Heimat. Denn Heimat ist ein Gefühl. Ich kann sowohl in meiner Studienstadt als auch in meinem Dorf heimig sein, oder?

Denn ist Heimat nicht auch das Rufen meiner Schwester. Der Geruch nach Mamas frisch gebackenem Apfelkuchen. Opas Besuche am frühen Morgen, wenn außer mir niemand mehr da ist. Meine liebsten und besten Freundinnen aus der Schulzeit. Der Wald. Die Schaukel hinter unserem Haus. Mein Bücherregal, indem noch immer „Tintenherz“ und Hermines Zauberstab ihren Ehrenplatz haben. Heimat ist ein Gefühl.

Und dennoch spüre ich, sobald ich abends in mein altes Kinderbett falle, dass sich etwas verändert hat. Es fehlen kleine Details. Bilderrahmen, die sonst auf der Fensterbank standen. Das Chaos auf dem Schreibtisch wegen der Hausaufgaben. Meine Kuscheltiere von früher. Meine Lieblingsbettwäsche, die jetzt in Regensburg auf dem Bett liegt. Der fast leere Kleiderschrank. Und trotzdem ist auch hier meine Heimat. Weil an diesem Ort so viele Erinnerungen hängen. Weil hier meine Familie ist, meine Freunde, meine ehemalige Schule, meine Kindheit und Jugend. Der Wald, indem noch heute die Reste der damaligen Baumhäuser zu finden sind. Als sprächen sie von einer anderen Zeit. Einem anderen Ich.

Heimat ist ein Gefühl. Und so fühle ich mich in Regensburg, in meinem Heimatdorf und an so vielen anderen Orten zu Hause. Auf Borkum, wo wir so viele Wochen verbracht haben. In Omas Küche, wo noch heute ein selbstgemaltes Bild von mir am Kühlschrank hängt. Jede Heimat hat ihre Spuren hinterlassen, ebenso wie wir. Denn Heimat ist ein Gefühl und kann sich verändern, ebenso wie wir.

Ja, Heimat ist ein Gefühl und ich bin so dankbar dafür, dass ich es Tag für Tag in mir spüren kann, egal, wo ich gerade bin.
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