April 13, 2018

{Poetry} Andere Wege


Andere Wege_1

Andere Wege
wollte ich gehen

fernab von
alt
bekannt.

An Pfaden verloren
Menschen
gefunden
gehen sehen.

Die Bäume wiegen im Wind.
Der Mond steigt hinab.
Versinkt hinter der Welt –

Andere Wege
wollte ich gehen

fernab von
Vergangenheit.

Nicht gänzlich vergessen
bloß gänzlich
Verschlossen

Der Fluss schlägt Wellen.
Spült Erinnerungen mit.
Bringt sie liebevoll hervor –

Andere Wege
wollte ich gehen

Als Ganzes gebundene Worte
und mich selbst
neu
Erfunden.

April 08, 2018

Heimat ist ein Gefühl

Heimat ist ein Gefühl_Bild
Wir saßen gerade in der kleinen Bummelbahn, die uns Richtung Hafen bringen sollte, als ich auf einer Hauswand die Worte "Heimat ist ein Gefühl" las. Noch während der gesamten Heimreise gingen mir dieser Satz nicht mehr aus dem Kopf. Während die Landschaft an mir vorbeizog, Kraniche zurückkehrten und ich meinem Zuhause, meinem Geburtstort immer näherkam, dachte ich nach. Über das Wort Heimat. Und was es für mich bedeutet.

Gerade im letzten Jahr, als ich von Zuhause auszog, in eine Wohnung, in der ich fortan alleine leben sollte, stellte sich für mich die Frage, ob ich denn nun meine Heimat verlassen hatte. Ob diese kleine Wohnung mit den weißen Wänden zu meiner neuen Heimat werden würde.
Ich habe die Angewohnheit, auch im Urlaub zu sagen „Komm, wir gehen nach Hause“ und meine damit bloß die Ferienwohnung. Für diesen Zeitraum jedoch, ist dieser Ort wohl mein Zuhause, meine Heimat. Denn Heimat ist ein Gefühl.

Wenn ich in den Semesterferien die lange Zufahrt zu meinen Eltern, meinem Zuhause, antrete, fühlt sich das an wie Heim kommen. Genau das ist es wohl auch. Und zugleich verlasse ich eine andere Heimat. Denn Heimat ist ein Gefühl. Ich kann sowohl in meiner Studienstadt als auch in meinem Dorf heimig sein, oder?

Denn ist Heimat nicht auch das Rufen meiner Schwester. Der Geruch nach Mamas frisch gebackenem Apfelkuchen. Opas Besuche am frühen Morgen, wenn außer mir niemand mehr da ist. Meine liebsten und besten Freundinnen aus der Schulzeit. Der Wald. Die Schaukel hinter unserem Haus. Mein Bücherregal, indem noch immer „Tintenherz“ und Hermines Zauberstab ihren Ehrenplatz haben. Heimat ist ein Gefühl.

Und dennoch spüre ich, sobald ich abends in mein altes Kinderbett falle, dass sich etwas verändert hat. Es fehlen kleine Details. Bilderrahmen, die sonst auf der Fensterbank standen. Das Chaos auf dem Schreibtisch wegen der Hausaufgaben. Meine Kuscheltiere von früher. Meine Lieblingsbettwäsche, die jetzt in Regensburg auf dem Bett liegt. Der fast leere Kleiderschrank. Und trotzdem ist auch hier meine Heimat. Weil an diesem Ort so viele Erinnerungen hängen. Weil hier meine Familie ist, meine Freunde, meine ehemalige Schule, meine Kindheit und Jugend. Der Wald, indem noch heute die Reste der damaligen Baumhäuser zu finden sind. Als sprächen sie von einer anderen Zeit. Einem anderen Ich.

Heimat ist ein Gefühl. Und so fühle ich mich in Regensburg, in meinem Heimatdorf und an so vielen anderen Orten zu Hause. Auf Borkum, wo wir so viele Wochen verbracht haben. In Omas Küche, wo noch heute ein selbstgemaltes Bild von mir am Kühlschrank hängt. Jede Heimat hat ihre Spuren hinterlassen, ebenso wie wir. Denn Heimat ist ein Gefühl und kann sich verändern, ebenso wie wir.

Ja, Heimat ist ein Gefühl und ich bin so dankbar dafür, dass ich es Tag für Tag in mir spüren kann, egal, wo ich gerade bin.

April 04, 2018

Lesechallenge 2018 - Die ersten Fünf

Lesechallenge 2018
Im vergangenen Jahr habe ich gemerkt, dass ich immer weniger las. Dies lag sicherlich nicht daran, dass ich keine Bücher finden konnte, die mich interessierten, sondern viel eher am Mangel an Zeit während des Abiturs und des Studiumsbeginns, sowie an der fehlenden Motivation, mich nach all dem Lernen mit noch mehr Worten zu beschäftigen. Doch weil mein Herz noch immer für Bücher schlägt, habe ich mir Anfang diesen Jahres die App Goodreads auf mein Smartphone geladen und die Lesechallenge für 2018 gestartet. Mein Ziel: 10 Bücher lesen. Bewusst habe ich mein Ziel nicht sehr hoch gesetzt, damit es realistisch und erreichbar bleibt, denn ich kann mir bereits denken, dass mit dem Beginn des zweiten Semester meine Leselust etwas nachlässt.

Meinen Fortschritt im Thema Buch möchte ich hier gerne mit euch teilen. Es wird wohl nicht unbedingt eine ausführliche Rezension zu jedem Buch geben (ich habe das Gefühl, dass diese Rubrik immer mehr nachlässt, kann das sein?), sondern eine Art kurzes Resümee mehrer Bücher in einem Blogpost. 
Stolz kann ich verkünden, dass ich die Hälfte meines Pensums bereits geschafft und in meinen Semesterferien fünf Bücher gelesen habe.
Lesechallenge 2018_2

"Ich treffe dich zwischen den Zeilen" von Stephanie Butland


Drei von fünf Sternen

Dieses Buch bekam ich zu Weihnachten und las während den Klausuren immer mal wieder ein paar Seiten, doch zu Beginn konnte es mich noch nicht so ganz packen. Die Geschichte handelt von Loveday, die in einem alten Antiquariat, einem verwinkelten Buchladen arbeitet und in ihrer Passion zum Lesen lieber für sich ist. Durch einen Gast, Nathan, erfährt sie vom ortsansässigen Poetry Slam, besucht diesen und ist fasziniert von dem Dichterwettstreit. Im Laufe des Buches kommen sich nicht nur Loveday und Nathan näher, sonder man erfährt als Leser auch einiges aus der eher düsteren Vergangenheit der Protagonistin.
Ein eher kurzweiliger Roman, der nicht wirklich etwas Neues birgt und mich dennoch gerade durch den Charme des Buchladens und der erwähnten Poetry Slams fesseln konnte. Ein kurzes, schönes Leseerlebnis für zwischendurch.


"Der große Trip" von Cheryl Strayed


Fünf von fünf Sternen

Schon lange wollte ich dieses Buch lesen, welches von der Wanderung über den Pacific Crest Trail in den Vereinigten Staaten handelt. Das autobiografische Werk beschreibt genau das, was der Titel bereits verrät: Die Wanderung der Protagonistin Cheryl zu sich selbst. Scheinbar vollkommen unvorbereitet und unerfahren wagt sich die junge Frau hinaus in die Wildnis, ist oft kurz davor aufzugeben und nimmt den Leser doch mit auf einer Reise, die mich so schnell nicht mehr los ließ. Gerade weil Cheryl keine klassische Wanderin ist, nicht aus religiösen Motiven pilgert, riss mich das Buch so mit. Durch die sachliche, erzählende Art des Romans konnte ich nicht mehr aufhören mit dem Lesen. Zwar gibt es hier nicht allzu viel an Handlung, man verfolgt Cheryl eben bei ihrer Wanderung, doch allein die Begegnugen auf dem Weg, die Selbstrefelxion der Protagonistin waren so spannend, dass das Buch auch nach dem Beenden noch meine Gedanken verfolgte


"Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" von John Green


Fünf von fünf Sternen

Zwar habe ich noch nicht alle Bücher von John Green gelesen, aber "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", "Margos Spuren" und "Eine wie Alaska" mochte ich sehr gerne. Der Schreibstil des Autors hat eine Leichtigkeit an sich, die beflügelt und schafft es dennoch, tiefgründige Themen sanft und humorvoll zugleich anzusprechen, ihren hohen Stellenwert hervorzuheben. Greens Charaktere sind authentisch und sympatisch und ich bin wohl nicht die Erste, die feststellt, dass man für seine Romane kein Teenie mehr sein muss. Green fesselt und begeistert, so auch bei "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken". Indem Protagonistin Aza unter einer Zwangsstörung leidet, nimmt Green seine Leser ernst und versteht es dennoch, sie nicht mit Fingerspitzen anzufassen. Von Berührungen hängt hier alles ab und knapp 200 Seiten scheinen viel zu wenig für Azas Geschichte. Doch lest selbst, welche Motive Green in "Turtels All The Way Down" verknüpft und lasst euch mitnehmen in die Welt voll Unberührbarkeit und Biomasse.


"Ein ganz neues Leben" von Jojo Moyes


Fünf von fünf Sternen

Hierbei handelt es sich um den bewegenden und mitreißenden zweiten Band von "Ein ganzes, halbes Jahr", weshalb ich gar nicht so viele Worte darüber verlieren möchte. Doch so viel vielleicht: Trotz einiger Überraschungen und unerwarteter Wendungen bleibt Jojo Moyes ihrer Protagonistion Louisa "Lou" treu und zeichnet ihren weiteren Lebensweg ab. Stellenweise schien ihre Entwicklung gar schmerzhaft, doch gehören Schmerzen bei dieser Autorin nicht dazu? 
Ich habe das Gefühl, dass viele Leser etwas enttäuscht von diesem zweiten Band waren, versucht haben, ihn an der Grundgeschichte zu messen. Aber trägt nicht jedes Buch seine eigene Geschichte mit sich? Und endet mit der letzten Seite eines Buches nicht jene?
Kurz: Mir gefiel dieser Roman, unabhängig von Teil Eins, sehr gut und ich kann ihn nur weiterempfehlen. Fesselnd und berührend. Lässt das eigene Leben in einem ganz andere Licht erscheinen und reflektieren.


"Schnell, dein Leben" von Sylvie Schenk


Fünf von fünf Sternen

Als ich diesen Roman in der Buchhandlung in der Hand hielt, musste ich ihn einfach kaufen. Eine Französin und ein Deutscher an der Lyoner Universität Ende der 50er Jahre. Besser hätte ich es nicht treffen können. Dieses Buch ist besonders, anders, leise und fast schon Poesie. Mit einem außergewöhnlichen Schreibstil nimmt Autorin Sylvie Schenk den Leser an der Hand, spricht ihn durch die "Du"-Perspektive direkt an und lässt ihn Teil einer Geschichte werden, die nicht nur eine Liebesgeschichte erzählt, sondern auch unausgesprochene Worte findet, in einer Zeit, in der die Grauen des Holocaust nie ganz aufgearbeitet wurden. Unbedingt lesen und definitiv mein bisheriges Highlight 2018.


Aktuell lese ich neben einer Unilektüre den Thriller "Tick Tack" von Megan Miranda.

Habt ihr Buchemfephlungen für mich? Gerne in die Kommentare damit. Und habt ihr eines der genannten Romane bereits gelesen?

April 01, 2018

{Travelguide} J'adore Paris

Im März machte ich mich mit zwei Freundinnen auf den Weg in die Hauptstadt Frankreichs. Vor Jahren war ich einmal auf Klassenfahrt dort, klapperte alle touristischen Attraktionen ab und verstand relativ wenig von der schönen Sprache. Doch in den vier Tagen im März sah dies ganz anders aus. Da die beiden Freundinnen, die mit mir reisten, beide für längere Zeit in Frankreich gelebt haben, wanderten wir etwas abseits der touristischen Wege, auch wenn ein Gang zum Eiffelturm, zur Sacre Coeur und Notre Dame nicht fehlen durfte. 
Eben weil wir über das schöne Kopfsteinpflaster durch kleine Viertel wanderten, möchte ich euch heute ein paar Tipps geben, wie ihr euren Aufenthalt in Paris verbringen könnt. Diese Empfehlungen sind sicherlich nicht gänzlich neu und wurden hier und da bestimmt schon einmal erwähnt, aber für mich waren diese vier Tage in Paris einfach so schön, dass ich meine Highlights mit euch teilen möchte.

Au-dessus de Paris // Über den Dächern von Paris


* Galaries Lafayette (9. Arrondissement): 
Dieses (Luxus-) Kaufhaus verfügt über eine wunderschöne Dachterrasse, von der aus man über die Dächer der Stadt blicken kann. Einfach hoch hinaus und den Ausblick genießen.

* Arc de Triomphe (8. Arrondissement): 
Auch auf den Triumphbogen kann man hinaufsteigen, für unter 26-Jährige sogar kostenlos. Nachdem man all die Stufen erklommen hat, bietet sich ein toller Blick über die Stadt und nirgendwo sieht man so gut, wie Paris konstruiert ist.



Savoir vivre // Abends


* Bar Lavomatic (10. Arrondissement): 
Hinter den Türen eines Waschsalons verbirgt sich eine Tür, die nur wenige Touristen kennen und die bei Parisern dafür umso beliebter ist. Tagsüber wird hier Wäsche gewaschen, nachts öffnen sich die Pforten und bitten hinein in die Bar Lavomatic. In dieser herrscht eine ganz besondere Atmosphäre, von der Decke hängen Schaukeln herab, die als Sitzmöglichkeit dienen. Ich war noch nie in einer cooleren Bar.

* Théâtre Montorgueil (2. Arrondissement): 
Zugegeben, für diesen Tipp sollte man relativ gut Französisch sprechen bzw. verstehen, aber eine wunderschöne Abwechslung zu all dem Trubel der Stadt ist das Théâtre Montorgueil. Hier werden hauptsächlich Komödien gespielt und es finden knapp 60 Leute in einem Saal Platz. Sehr klein und unfassbar lustig.



L'art de vivre, c'est manger // Essen


* Rue Montorgueil (1. & 2. Arrondissement): 
Egal was man zum Essen sucht, ob Galette, Crêpe oder Croissant, in dieser Straße findet man alles. Und gerade mittags gibt es hier sehr preisgünstige (für Pariser Verhältnisse) Gerichte, die sehr lecker schmecken.

 * Bagel Baget Café (3. & 4. Arrondissement): 
Das Viertel Marais, in dem das Café liegt, ist sowieso eine große Empfehlung. Von bunten Shops über Straßencafés, bei denen man im kalten März unter Heizstrahlern sitzen und einen Vin Rosé trinken kann, über schöne Restaurants. Im Bagel Baget gibt es super leckere Bagels und es ist eine schöne Gelegenheit, zwischen all den Second-Hand-Läden Halt zu machen.

* Le Commerce (15. Arrondissement): 
In diesem Restaurant befindet man sich in einem Viertel, welches von Touristen kaum besucht ist und dennoch seinen ganz eigenen Charme hat. Hier sind besonders die Tartine Chaude, eine Art warmes, belegtes Brot, sehr lecker. Der perfekte Ort, um in den Alltag der Pariser einzutauchen und das Flair der Stadt zu genießen.
 
Mögt ihr die französische Hauptstadt auch so gerne wie ich? Falls ihr weitere Tipps habt, teilt sie gerne in den Kommentaren.
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